Meine Freundin, die Depression

Mein Traum wurde wahr: Ich habe mit „Meine Freundin, die Depression“ mein erstes Buch auf den Markt gebracht. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an den Schreibprozess und meine dazugehörigen Insta-Stories. Es war kräftezehrend, zermürbend und hart. Und ich glaube, man hat mir das auch deutlich angemerkt zwischendurch.

Ich schreibe über das Thema Depression und eine Depression hat wahnsinnig viele Auslöser und kann durch viele verschiedene Ereignisse entfachen. Und nicht selten ist es ein Zusammenspiel aus vielen Dingen aus der Vergangenheit, Gegenwart und Sorgen vor der Zukunft, wie in meinem Fall. Deswegen war es mir wichtig, diese einzelnen Stationen aufzugreifen und mit euch zu teilen. 

Vor allem das Kapitel „Mein Freund, der Kaktus“ und der Teil mit meiner ersten toxischen Beziehung waren für mich ein echter Kraftakt. Denn um diese Ereignisse so plastisch wie möglich zu schildern, musste ich da noch mal voll rein. Tage-, sogar wochenlang hatte ich ein richtiges Tief und fühlte mich stellenweise wieder wie die kleine Vicky, die auf dem Schulhof angespuckt wurde oder die verwirrte Vicky, nach der Teller in der eigenen Wohnung flogen.

Durch diesen Prozess des Schreibens wurde mir bewusst, dass ich viele Ereignisse auch heute noch nicht verarbeitet hatte. Vor allem meine Mobbing-Erfahrungen an der Schule wurden einfach nur in die hinterste Ecke meines Bewusstseins abgeschoben und poppten manchmal ohne Ankündigung auf, um direkt wieder weggeschoben zu werden. Ich musste noch mal durch alles durch, alles erleben, fühlen, riechen und sehen. 

Als ich das Buch abgeschlossen habe, war ich so ausgesaugt, dass ich teilweise nicht mehr aufstehen konnte. Die Angst war riesig, plötzlich wieder in einer Depression festzuhängen. Es gesellten sich plötzlich aufkommende Ängste hinzu und ich war irgendwie nicht mehr in der Lage meinen Alltag zu meistern. Wie ironisch wäre es, beim Schreiben es Buches mit dem Titel „Meine Freundin, die Depression“ wieder in so ein dunkles Loch zu fallen. 

Irgendwann, einige Nervenzusammenbrüche später, kam der Tag, an dem ich mir mein eigenes Buch geschnappt habe und mir mal selbst zugehört habe. Meine eigenen Schilderungen und vor allem Strategien, habe ich mir dann selbst zu Gemüt geführt und mir mal selbst zugehört.

Vielleicht habe ich mich etwas übernommen, vielleicht ist der Prozess des Schreibens eines Buches auch einfach enorm anstrengend. Jedenfalls war ich völlig energielos und um nicht wieder in die Depressions-Falle zu tappen, habe ich mich an Arsch gerissen und mir neue Ziele gesetzt. Außerdem habe ich mir eine neue Bucket-List geschrieben und direkt mal einen Punkt wahr werden lassen: einen Fallschirmsprung. Vor allem aber jetzt, nach der Veröffentlichung des Buches, habe ich neue Energie und schöpfe unfassbar viel Kraft aus eurem Feedback.

Ich bin ehrlich zu euch, niemals dachte ich, dass sich so viele für mein Buch, mein Leben oder gar meine Depression interessieren würden. Jeden Tag sehe ich die absurden Zahlen auf meinen Profilen (über 170k Follower auf IG und knapp doppelt so viele auf Facebook), aber für mich waren das Zahlen und diese hatten mit meiner Lebensrealität so gar nichts zutun. Plötzlich schreibt ihr mir zahlreich, fühlt mit mir mit und schildert mir ähnliche Erlebnisse. Ihr seid nicht mehr nur anonyme Profile in der weiten Welt des Internet, sondern Menschen. Das klingt vielleicht absurd, aber ich fühle mich durch dieses Buch auch so verbunden und auch nicht mehr alleine.
Mir war ja selbst nicht klar, welches Feedback mich erwarten würde und ich bin Hohn, Spott und doofe Sprüche aus dem Netz auch schon gewohnt. Aber es ist alles so friedlich, harmonisch und meine Freundin, die Depression hat mir nun auch gar viele neue Freunde beschert. 

Ich danke euch. Für alles. Von ganzem Herzen!

Mein Buch findet ihr übrigens hier <3 

Lasst mir gerne unbedingt ein Feedback zum Buch hier. Meinungen, Kritiken, Anregungen, Ideen. Ich freue mich unheimlich über eure Rückmeldungen.

3 Comments

  1. Franziska Eitner

    Dein Buch ist einfach der Hammer.Ich liebe es jetzt schon obwohl ich noch nicht alles gelesen habe.Den Mut auf zu bringen darüber zu schreiben find ich persönlich sehr bewundernswert.Mit diesem Buch und deiner Ehrlichkeit wirst du sehr viele Menschen helfen.
    Bleib wie du bist,denn so bist du perfekt!!

  2. Kerstin

    Hallo Viktoria,

    danke für dein wunderbares Buch! Ich bewundere deinen Mut, gegen die Tabuisierung und Stigmatisierung der Krankheit Depression anzukämpfen. Das hilft Betroffenen wie mir sehr.
    Ich habe dich schon auf dem Patienten-Kongress in Leipzig gesehen und auch dort schon deinen Mut bewundert. Auch, dass du mit der Stiftung zusammen arbeitest finde ich genial.
    Ich habe viel länger als Du für die einzelnen Schritte gebraucht bis ich jetzt auch so weit bin, dass ich die Krankheit akzeptiere und offen dazu stehe, und auch ich versuche das Tabu aufzulösen, um es auch anderen Betroffenen einfacher zu machen.
    Dein Buch ist super geschrieben, Es zieht einen nicht runter, sondern motiviert. Toll, weiter so 🙂
    LG Kerstin

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.