Je suis Gutmensch – Oder warum ich vegan wurde

CALL ME GUTMENSCH, IDC!


Die Frage warum ich vegan lebe gehört für mich zu den FAQ. Eine Antwort in drei Sätzen, zwischen Tür und Angel oder Bier und Gin Tonic, fällt oft nicht umfassend genug aus oder endet auf beiden Seiten in den selben alten Floskeln.
Oftmals ist die Frage nicht mal ernst gemeint und der Fragesteller will nur seine angelernten Phrasen und kecken Sprüche zum Thema Veganismus (Funfact; meine Autokorrektur kennt das Wort „Veganismus“ nicht) in den Raum werfen. Oder man wird schon im Vorfeld als weltfremder Bessermensch oder neudeutsch „Gutmensch“ tituliert (Der Musikkapelle „Frei.Wild“ gehört übrigens nachträglich nochmal aufs Maul gehauen für diesen Gutmenschen-Scheiß und nicht nur dafür. Wer Gutmensch als Schimpfwort nutzt, sagt damit meist mehr über sich selbst als sein gegenüber. Ich schweife ab…).
Was man sich da teilweise alles anhören darf, ist angesichts des ernsten Themas schon fast pietätslos. Viele Omnivoren nehmen an, dass Veganer vermeidlich die einzigen sind, die mit erhobenen Moralfinger durch so ein Gespräch marschieren. Nein, auch ebendiese Omnivoren haben ein breites Spektrum an Vorurteilen vorzubringen. Eines dieser Vorurteile ist vor allem, dass Veganer immer alle belehren – und um dem Ganzen mehr Dramatik zu verleihen nennt man es kurzerhand „missionieren“- wollen. Meist kommt das in einem Satz mit „vegane Ernährung ist doch total ungesund“ und „willst du jetzt etwa auch Löwen verbieten Fleisch zu essen“.
Na? Fällt da was auf? Ich frage mich, ob es auch Menschen gibt die freiwillige Helfer in der Suppenküche oder diese Menschen die auf der Straße für „Kinder in Not“ sammeln als „missionierende Gutmenschen“ titulieren.
Wer kann und möchte jemanden belehren, der trotz offensichtlicher Missstände seinen Standpunkt vehement verteidigt und dabei nicht merkt, dass es nicht um die eigenen Befindlichkeiten, sondern die der Tiere geht. Diese werden in der Diskussion leider zu gerne vergessen.
Es ist nicht „unsere“ (Igitt, das klingt als sein Veganer eine homogene Masse) Aufgabe, andere Menschen von Moral und Fähigkeit zur Empathie zu überzeugen. Das geht auch nicht.
In erster Linie muss das jeder für sich selbst tun und das funktioniert am besten, wenn man ehrlich zu sich selbst ist und sich wirklich auch mal umfassend und unvoreingenommen mit dem Thema Veganismus beschäftigt.

Wollen wir die Kluft zwischen Omnivoren und Nicht-Omnivoren nicht noch künstlich vergrößern, zurück zum Thema: „Warum wurde Klein-Victoria vegan?“.
Ich habe schon vor einigen Jahren beschlossen, keine toten Tiere mehr zu essen, da mir die Umstände des Züchtens, Mästens, Schlachtens und Essens zuwider waren.
Ein Lebewesen, das Eltern und vielleicht sogar Kinder hat, Schmerz und Gefühle empfinden kann und aus keinem ersichtlichen Grund weniger Wert ist als ein menschliches Tier, gehört für mich nicht getötet und schon gar nicht aus Genussgründen.
Ich habe mich viel mit dem Thema Moral und Ethik befasst und es widerspricht einfach meinen persönlichen Grundsätzen.
Für mich ist ein Huhn genauso viel wert wie ein Schwein, ein Hund oder gar ein Mensch. Es ist ersichtlich, dass ein Huhn nicht über die selben Fähigkeiten wie der Mensch verfügt – das wertet es aber nicht ab.
Die Unterscheidung zwischen Nutz- und Haustier ist total willkürlich; in China werden Hunde gegessen wie hier Schweine – in Indien sind Kühe heilig. Ein Hund ist also nicht besser oder schlechter als ein anderes Lebewesen, in unserer Gesellschaft wurde er nur zum Haustier ernannt und Kuh, Schwein und Huhn zu sogenannten Nutztieren. Schon allein dieses Wort treibt mir die Kotze in den Mund.
Aber wir wollen ja sachlich bleiben.
Diese willkürliche und unfaire Kategorisierung von Lebewesen war für mich der Grund, diese Industrie nicht weiter zu unterstützen und an diesem Leid aktiv nicht mehr teilzuhaben.
Für viele erscheint diese Argumentation sehr schlüssig, ich habe noch nie jemanden erlebt, der die Qual der Tiere gutheißen kann.
Ich wollte mir einfach selbst nichts mehr vor machen. Erst bei Megges für 99cent 5% Kuh essen und dann heim gehen und meinen Hund liebkosen – wtf?!
Das Vegetariertum erscheint vielen aus den genannten Gründen noch plausibel, doch Veganer werden in ihrer Radikalität nicht selten mit Terroristen und Jesusfreaks auf eine Stufe gestellt.
Zugegeben – ich habe das mit dem Vegansein eine lange Zeit auch nicht verstanden.
Vor allem: Hallo? Ein Leben ohne Käse? Undenkbar!
Bis ich gesehen habe, dass männliche Küken die für die Produktion meines Frühstückseis nicht von Nutzen sind kurzerhand geschreddert werden. WAS ZUR HÖLLE? Da werden kleine unschuldige Babies in einen großen Schredder geworfen! Weil sie männlich sind!
Ich konnte das nicht glauben und habe mir Dokumentationen angeschaut, Artikel gelesen und mir wurde unheimlich schlecht.
Kühe werden künstlich geschwängert und bekommen ihre Babies nach der Geburt abgenommen damit wir uns fancy Milchschaum in den Kaffee schütten können. Seriously? Gruselige Sache – total befremdlich. Da hatte ich dann auch keine Lust mehr auf Käse. Und plötzlich erschien mir der Veganismus völlig plausibel. Ich will niemandem wehtun; also tu ich es auch nicht. Jeremy Bentham (was ein großartiger Typ!) sagte da vor ca. 200 Jahren mal was – treffender hätte man es nicht beschreiben können.
It may come one day to be recognized, that the number of legs, the villosity of the Skin, or the termination of the os sacrum, are reason, or, perhaps, the faculty of discourse? But a full-grown horse or dog is beyond comparison a more rational, as well as more conversable animal, than an infant of a day, or a week, or even a month, old. But suppose the case were otherwise, what would it avail? The question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer?
Es kommt nicht darauf an über welche Fähigkeiten ein Lebewesen verfügt, sondern ob es Leid empfinden kann. Und kein Lebewesen sollte Leid empfinden müssen. Was ist also radikal daran keinem Lebewesen Leid zufügen zu wollen? Insbesondere weil wir Menschen uns durch unsere Moral von nichtmenschlichen Tieren unterscheiden. Wieso nicht von dieser vielgepriesenen „Überlegenheit“ auch mal Gebrauch machen. Wir sind keine Instinkttiere. Wir können Denken, wieso tun wir es dann nicht?
Der Rest ging dann voll automatisch – Umstellung etc. Wenn man von einer Sache überzeugt ist, empfindet man keinen Verlust u.Ä.
Für mich ist es eine Bereicherung. Und nicht weil ich jetzt „ein besserer Mensch bin“ (vielleicht bin ich das in dem Bezug – aber das spielt dabei absolut keine Rolle), sondern weil für mich kein Tier leiden muss.
Einzig darum geht es und nicht um die verkackten Befindlichkeiten von uns Menschen!

23 Comments

  1. Eliana

    Danke, du machst Mut und gibst Hoffnung, dass es doch vernünftige Menschen auf dieser Erde gibt. Das denke ich mir auch immer wieder: In was für einer Welt leben wir eigentlich, in der Begriffe wie „gut“ in Kombination mit „Mensch“ als Beleidigung fungieren? Das ist so absurd grausam. Für mich warst du ein wichtiger Impuls dafür, dass ich mich mit dem Thema Veganismus beschäftigt habe und dann lief das sehr ähnlich ab. Besonders schlimm fand ich auch den Gedanken, dass von den Mengen die an Futter in die Tierhaltung gehen das Problem des Welthungers doppelt gelöst werden könnte. Und es stimmt, ist man von etwas überzeugt, dann ist es kein Verlust, sondern eine Bereicherung!

  2. Renate Zeries

    Du sprichst mir aus der Seele!! Kenn dich leider nur so ausn Internet, aber ich bin froh, dass es dich gibt!!!!!! Liebste Grüße aus Österreich 🙂

  3. Sarah

    Hey Victoria, guter Text. Eine Frage habe ich allerdings… wieso trägst du ein SxE Shirt? Du trinkst doch Alkohol, rauchst gelegentlich usw?
    Interessiert mich.
    Eine Antwort wäre wünschenswert. 🙂

    1. VictoriaVanViolence

      Hallo liebe Sarah,
      ich trage ein Vegan Shirt „Vegan is the Future“ und kein SxE Shirt.
      Also ich bin nicht straight edge, was wohl jeder weiß. Was mir aber dennoch nicht verbieten sollte, ein Vegan Shirt eines Edge Labels zu tragen 🙂

  4. Alex

    Hi,
    Ernährst du deinen Hund auch vegan? Wenn ja wie sind deine Erfahrungen, kannst du ein spezielles Futter empfehlen?

    Ich bin total hin und hergerissen zwischen der artgerechten Ernährung und der leidfreien Hundeernährung…

    1. VictoriaVanViolence

      Hi Alex,
      ja Rambo wird auch vegan ernährt. Ich werde dazu sehr oft befragt und meine Argumentation zu dem Thema fällt so aus:
      Hunde sind Omnivoren, also Allesfresser. Ich sehe an der Fütterung von Obst&Gemüse beim Hund nichts “übertriebenes”; Bei einem Haustier ist es wie bei einem Kind, es kann nicht selbst entscheiden und deswegen übernimmt der Vormund die wichtigen Entscheidungen für das bei sich lebende Lebewesen. Also Dinge wie Ausgehzeiten, Mahlzeiten, Spasszeiten, Ruhezeiten werden maßgeblich fremdbestimmt – weil es faktisch nicht anders geht. Somit lebt kein Lebewesen welches einen Vormund hat in einer objektiven, wertfreien Neutrumsblase. Hunde”besitzer” entscheiden immer für den Hund und füttern i.d.R. das, was sie selbst für gut heißen. Das ist bei vielen Fertigfutter, welches meist mit Zucker, Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und anderen “natürlichen” Mittelchen schmackhaft gemacht wird. Das ist quasi das, was auch viele Menschen essen – Fertigkram. Auch wenn da prozentual Fleisch enthalten ist und wohl die meisten Hunde ausschließlich das bekommen, heißt es nicht, dass das gesund ist und dass sie das essen wollen. Denn man muss sich mal fragen; was ist gesund und natürlich für ein Wesen, das garnicht natürlich ist. Der Hund ist ein vom Menschen gezüchtetes Tier, das mit dem Wolf soviel gemein hat wie mit einer Katze. Nicht sonderlich viel. Das sieht man vor allem bei kleineren Hunderassen, merkt man am Verhalten und kann man u.a. am veränderten Verdauungsapparat des Hundes feststellen. Der Hund ist z.B. – im Gegensatz zum Wolf – sehr wohl in der Lage Getreide zu verwerten (Allergiebedingt natürlich nicht alle). Viele Hundehalter füttern ausschließlich Trockenfutter welches i.d.R. ausschließlich aus Getreide besteht, dem eventuell mal noch Spuren von Fleischresten beigefügt werden. Diese Veränderung des Verdauungstrakts liegt vor allem daran, dass der Hund (welcher seit vielen tausend Jahren mit dem Mensch zusammenlebt) meist das gefressen hat, was der Mensch gegessen hat. Und wie wir alle wissen, war Fleisch bis vor ca. 50 Jahren noch ein absoluten Luxusgut – welches zu bestimmten Feiertagen und oder Sonntagen verspeist wurde. Der Hund hatüber Jahrtausende Tischreste – Getreide, Gemüse, Abfälle, Knochen gefressem. Aber kein Rinderfilet in Aspik. Im Mittelalter war man sogar der festen Überzeugung Hunde rein pflanzlich ernähren zu müssen, weil man einen Blutrausch gefürchtet hat. Die Hunde lebten meist auf Höfen und wurden zum Schutz der sogenannten Nutztiere und Menschen eingesetzt – und durch das Füttern von Fleisch fürchtete man den Jagdtrieb zu entfachen. Aus rein praktischen Gründen wurde da sogar spezielles Hundebrot erfunden, welches aus Getreidereste bestand und meist in Wasser oder Milch eingeweicht dem Hund zum Verzehr angeboten wurde. Ich könnte das jetzt hier stundelang weiterführen. Fakt ist, wenn man sich bemüht, dass der Hund alle für ihn nötigen Nährstoffe erhält, es ihm schmeckt (Hunde fressen nämlich das was ihnen nicht schmeckt einfach nicht) und es ihm gut geht – sehe ich kein Problem darin. Über die wichtigen Nährstoffe kann man sich informieren und supplementieren – das was im Fertigfutter sowieso auch geschieht. Und mittels Bluttest kann man alle Werte überbrüfen. Das machen GARANTIERT die wenigsten Hundehalter. Und um nochmal einen kleinen Denkanstoß zu bieten; wir verfüttere Rambo vor allem aus ethischen Gründen kein Fleisch. Wieso sollte ich einem Haustier unter dem Motto “das ist artgerecht” ein Stück Rinderfilet in den Napf legen (was er sich so nie reissen würde!) welches von einer Kuh stammt, die definitiv in der Mast nicht artgerecht ernährt wurde. Kühe fressen ausschließlich Gras, stehen auf der Weide, sind Wiederkäuer. Bekommen in der Mast aber Soja, Mais, Getreide und JA, sogar Reste ihrer eigenen Artgenossen (in Form von Tiermehl) in den Trog und werden somit zum Kanibalismus gezwungen. Und vergessen wir mal nicht die ganzen Medikamente die da so zum Einsatz kommen, allen vorran das liebe Antibiotika. Selbiges gilt für alle anderen Tiere in der Mast.

      Morgens bekommt er TroFU (Trainer Fitness vegetal – das ist genial!) und abends: Gemüse, Yarrah Nassfutter, Haferflocken (Reis, Kartoffel u.Ä.), Leinöl, Vegedog (supplementiert Taurin, B12), getrocknete rote Beete, Kräuter.

      Ich hoffe ich konnte dir helfen 🙂

  5. Alina

    Einfach nur total auf den Punkt getroffen.
    JEDER Mensch der Fleisch, etc. konsumiert sollte solche Texte und erst recht die „Herstellung“ seines Essens sehen.
    War schon so überglücklich als ich das erste Mal eine Werbung von PETA vor ein paar Wochen im Fernsehen gesehen habe, so muss das sein, und es sollten noch viel „schlimmere“ Werbespots gezeigt werden.
    Nicht nur wir Nicht-Konsumenten sollten und diese Videos ansehen.
    dickes Lob und weiter so! :))

  6. Muh-Kuh

    Hallo Victoria!
    Wunderschöner Text. Mit vielen dieser Punkte kann ich mich auch identifizieren. Mich stört es unglaublich an diesen Leuten, die, sobald sie bemerken, dass ein Vegetarier oder Veganer am Tisch sitzt, diesen sofort mit Fragen bestürmen, einen dann nicht ausreden lassen und sofort mit ihren sch*** Vorurteilen ankommen. Die meisten fragen nicht aus Interesse, sondern weil sie sich über enen lustig machen wollen. Und da wundern sich die Leute darüber, dass ich solche Fragen meist sofort abblocke.
    Gruß
    Muh-Kuh

  7. Sitrax

    Hallo Victoria,

    Du hast da ganz viele Dinge geschrieben, die sehr wahr sind und über die sich viel mehr Menschen Gedanken machen müssten.
    Aber über eine Textstelle bin ich dann doch gestolpert, die ich so ganz und gar nicht unterstützen würde: „Für mich ist ein Huhn genauso viel wert wie ein […] ein Mensch“.
    Bei allem Respekt vor Lebewesen und auch bei aller Ablehnung gegen sinnlose Grausamkeit, die Mit-Lebewesen angetan wird, aber ein Mensch ist mir immer noch 1000 mal mehr wert als ein Huhn. Stünde ich vor der Entscheidung, entweder das Leben eines Menschen oder das von ein oder zwei Hühner retten zu können…; da müsste ich aber nicht lange überlegen.

    1. VictoriaVanViolence

      Hello, deine Aussage ist natürlich SEHR hypothetisch. Was machen wenn z.B. ein Huhn und ZWEI Menschen gerettet werden müssen – du aber nur ein Lebewesen retten kannst. Ein Mensch davon liegt dir sehr am Herzen, den anderen kennst du nicht. Oder ersätze das Huhn mit einem Hund/Katze/whatever (ggf. ein „Haustier“ welches sogar bei einem lebt) und den Menschen mit jemand den du nicht leiden kannst. Du musst einem das Leben retten – wer wird es sein? Da dieser Umstand so NIEMALs eintreffen wird, ist die Fragestellung als solche wenig sinnig. Ich rede hier vom Recht auf Unversehrtheit und da hat m.M.n. ein Huhn genauso ein Anrecht drauf wie ein Mensch. Vor allem in dem von mir genannten Kontext.

      1. Sitrax

        Hallo,
        die Situation ist keinesfalls hypothetisch oder lebensfremd.
        Tatsächlich geschieht es jeden Tag, dass wir uns direkt oder indirekt dafür entscheiden, Tiere für unsere Zwecke zu töten. Auch Du tust das.
        Wenn beispielsweise die Getreidevorräte eines Landes von Mäusen befallen werden, was ist zu tun? Die Mäuse töten und die Menschen vor dem Hunger bewahren? Oder die Mäuse fressen lassen und die Menschen darben dahin?. Ok, in unserem Land geschieht das nicht, aber in anderen Ländern sehr wohl.
        Oder: jede Windkraftanlage ist eine Gefahr für die Vögel. Jede Windkraftanlage tötet während des Betriebs eine gewisse Anzahl an Vögel pro 1 Mio kWh. Dein PC läuft mit Strom aus der Steckdose, also von der Windkraftanlage. Dein PC, also Du als Nutzer, betreibst Deinen PC gewissermaßen auf den Leichen einiger Vögel, die für die Erzeugung des Stroms sterben mussten.
        Ich könnte noch zahllose Beispiele nennen. Auch der Autoverkehr ist ein solches. Pro x-tausend Kilometer ein tödlicher Wildunfall. Die Logistikunternehmen, die auch dir deine Lebensmittel in die Stadt bringen töten also Tiere. Also auch Du als Verbraucher.
        Man sieht: wenn man das Leben von Tieren mit denen von Menschen auf eine Stufe stellt, kommt man in Teufels Küche. Da bliebe fast nur noch „zurück in die Steinzeit“… Aber dann würde einen der knurrende Magen auch das Tier schmecken lassen…

        1. Sasch

          Natürlich ist zurzeit noch nicht alles bestens, vermutlich wissen Veganer, dass besser als die meisten anderen. Aber es geht darum irgendwo anzufangen, am besten bei sich selbst. Vielleicht sind die Windkraftanlagen in ein paar Jahren bereits durch Netze gesichert.. Es ist wie in jeder anderen Situation auch richtig ist immer das mildeste Mittel, wenn dich jemand angreift, ist es nicht gerechtfertigt ihn umzubringen, wenn du ihn auch hättest niederschlagen können.

        2. Leberwurstelfe

          “Wenn Sie draußen auf See auf einem Boot verhungerten, würden Sie dann ein Tier essen?”
          Ich weiß es nicht. Menschen können extreme Dinge tun, um ihr eigenes Leben zu retten, sogar Unschuldigen wehtun. (Menschen haben in solchen Situationen sogar schon andere Menschen getötet und gegessen.) Dieses Beispiel ist jedoch für die Entscheidungen, die wir in unserem täglichen Leben treffen, nicht relevant. Die meisten von uns sind in dieser Hinsicht nicht in einer Notlage, und es gibt für sie keine Entschuldigung, Tiere für die Ernährung zu töten.
          http://www.peta.de/vegetarismus-veganismus

  8. Chrizz

    Hey Victoria,
    ich gehöre auch zu den Menschen, die Veganern mit Vorurteilen begegnen, was allerdings an vergangenen Erfahrungen liegt. Zum Beispiel durch Diskussionsrunden mit ich nenne sie mal Lifestyle-Veganern, die das Wort Nachhaltigkeit oder ökologische Landwirtschaft nicht in Beziehung zu den von ihnen konsumierten Produkten setzen können. Ich kann deine Begründung gut nachvollziehen und sehe das ähnlich, vor allem das Bewusstsein für den Wert von Lebewesen – allerdings denke ich, dass es jeder mit sich ausmachen muss, wie sie oder er zum Töten von Lebewesen steht, um Fleisch konsumieren zu können. Alle sollten sich Gedanken darüber machen, egal welche Ernährungsweise man vorzieht, woher das Produkt kommt und unter welchen Umständen es gewonnen oder produziert wird. Das gilt nicht nur für Fleisch sondern ebenso für vegetarische oder vegane Produkte sowie für simples Gemüse und Obst. Am meisten hat mich einmal schockiert, dass ein junger Mann der Überzeugung war, dass sein mit diversen Es und anderem versetztes „Tofusteak“ besser, nachhaltiger und gesünder sei als mein selbst erlegter Rehrücken (bitte macht mich jetzt nicht fertig!). Als ich ihm versuchte zu erklären, dass der größte Teil der Sojaprodukte gentechnisch verändertem Saatgut entstammt, dafür teilweise Regenwald abgeholzt und Bauern in Südamerika und Asien ihr Land genommen wird, begann die Diskussion niveaulos zu werden. Ich möchte niemanden über einen Kamm scheren und kritisierte keinesfalls fleischlose Ernährung, sondern unterstütze dich den Menschen näher zu bringen, dass dieses abartige Konsumverhalten zum Leid der Tiere falsch ist. Macht euch Gedanken darüber, was ihr esst, was für Kleidung ihr tragt, welches Make-Up ihr benutzt und – ohne Scheiß – woher euer Klopapier kommt!
    LG

    1. VictoriaVanViolence

      Hi Chrizz, ich mache niemanden fertig der schreibt, dass er Fleischt isst. Ich möchte aber gerne auf einen Punkt in deiner Aussage eingehen; Nachhaltigkeit und Veganismus. Veganismus hat per se nichts mit Nachhaltigkeit zutun sondern beschäftigt sich in erster Linie mit dem Verzicht auf tierische Produkte. Ich kann also Veganer sein und nur E´s essen (zumindest die veganen). Das eine schließt das andere nicht aus. Allerdings legen natürlich viele Veganer, aber auch Fleischesser, wert darauf keine Flugmangos zu kaufen und Fairtrade-Kleidung zu tragen. Das hat aber mit dem eigentlichen Thema wirklich nur bedingt was zutun. Und weil du es erwähnt hast; es ist leider ein Irrglaube (ich unterstelle dir keine böse Absicht, das wird leider so oft in den Medien etc. so kommuniziert), dass Soja genanipuliuert ist und dafür Regenwälder abgeholzt werden. Über 95% des weltweit angebauten Sojas wandert direkt in die Futtermast – es wird also Tierfutter für die Tiere hergestellt, die später abgepackt im Supermarkt landen. Das ist kein Speisesoja. Die Nachfrage nach Futtermittel wächst mit dem Fleischkonsum. Das Speisesoja welches du z.B. in Bioläden in Form von Tofu oder Sojasteaks kaufen kannst stammt i.d.R. aus Kanada oder Frankreich und ist i.d.R. nicht genmanipuliert (natürlich gibt es da auch andere Produkte, wie auch bei Mais, Weizen etc.). Ich denke diese Information wird dich interessieren – es gibt viele Berichte dazu. Und zum Thema Gesundheit; niemand sagt das Veganismus per se die gesündere Lebensweise ist. Ich kann als Veganer den ganzen Tag Pommes und Chips essen, als Fleischesser aber auch. Es kommt immer darauf an sich ausgewogen zu ernähren und das hat mit der Art der Ernährung erstmal nichts zutun. Es gibt natürlich Untersuchungen inwieweit (häufiger) Fleischkonsum mit Zivilisationskrankheiten in Verbindung steht etc., das ist aber ein ganz anderes Thema und würde den Rahmen sprengen.
      Ich finde es jedenfalls super, dass du dir den Text durchgelesen hast obwohl du kein Veganer bist. Alles Liebe, Victoria

  9. Yolande

    Hi,
    ich habe einige Freunde, die vegan oder vegetarisch leben und ich finde das auch gar nicht schlecht. Leider fällt es mir nicht sehr leicht, immer auf Fleisch oder Tierprodukte (wie Käse…) zu verzichten. Ich probiere gerne tierfreie Nahrung, koche hin und wieder vegan und vegetarisch und konnte nach langen Diskussionen, Informationen sammeln und mich mit anderen Leuten austauschen verstehen und verteidigen, warum Menschen sich so ernähren. Ein Faktor, der mich immer beschäftigt ist, mir wurde damals als Kind (und heute noch von Mutti) gesagt, dass wir das, was in all den tierischen Produkten enthalten ist wichtig für unseren Körper ist. Wenn wir also darauf verzichten, woher nehmen wir dann diese Nährstoffe? Ich habe gelesen, dass Sesam sehr viel Calcium enthält, was mir immer nur in Milch beigebracht wurde, vorzufinden sei. Ich suche seit langem eine Art „Anleitung“ in Form eines Buches oder Ähnlichem, in dem die Optionen vorzufinden sind. Womit kann man was ersetzen, damit mein Körper die richtigen Mengen an Nährstoffen bekommt. Kennst du da was?
    Ich fange an Veganer zu verteidigen, das ist zum Beispiel bei meinen Eltern immer wieder ein heißes Thema, da die sehr konservativ leben und das überhaupt nicht verstehen und akzeptieren wollen.
    Ich muss ehrlich sagen, ich mag gerne eine Stück Fleisch oder ein Spiegelei, dennoch versuche ich mich bewusster zu ernähren und weniger von dem Schlechten zu essen und trinken. Immer hin…

  10. Susi

    Hallo Victoria!

    Ich bewundere nach wie vor, deine Leidenschaft für das Thema Veganismus! Ich habe vor einiger Zeit selbst mit meinem Freund versucht, so zu leben bzw. zu essen. Es wurde Kuhmilch gegen Soja-, Reis- und Nussmilch getauscht; statt „normalen“ Jogurth gab es Alpro Jogurth; veganer Käse/Feta; Fleischaustauschprodukte… einfach alles, was man sich vorstellen kann. Nach gut zwei Wochen saßen wir zusammen beim essen, schauten auf unsere Teller und waren uns ziemlich schnell einig: es geht nicht! Beim besten Willen kann ich nicht auf „echten“ Käse verzichten oder auf „richtige“ Milch im Tee am morgen. Der Jogurth geht klar, die Nussmilch für zwischen durch auch; ebenso nur noch zwei, max. drei „Fleisch- oder Fischtage“ pro Woche, aber der komplette Verzicht – den schaff ich nicht. Ich hatte das Gefühl mich selbst zu bescheißen :/ Aber immerhin hat es mir die Augen für viele Produkte geöffnet, die ich trotzdem gut als Austausch im Essen-Alltag anwenden kann und will!
    Vielleicht war es zu sehr eine Hau-ruck-Aktion, aber nur der Versuch macht klug und immerhin gehen wir jetzt anders einkaufen – mit mehr Bedacht auf WAS und WIEVIEl.

    Liebe Grüße, Susi

  11. Jen

    Zum Thema vegane Ernährung des Hundes zeigt bereits einer der ersten Google-Treffer folgende Aussage:

    „In jedem Fall dienten viele Jahrtausende lang menschliche Essensreste als Hauptnahrungsquelle der Hunde. Nicht artgerechte, sondern funktionelle und kostengünstige Ernährung der Tiere stand im Vordergrund.
    Erst im vergangenen Jahrhundert hat die Rückbesinnung auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Hundes und seiner Ernährung begonnen. Man stellte fest: Bei allen äußerlichen Veränderung hat der Verdauungstrakt des Hundes sich gegenüber dem seines wilden Vorfahren – des Wolfs – kaum gewandelt.“

    Des Weiteren wird in anderen Artikeln häufig nur von einer erhöhten Toleranz des Magens gegenüber nicht-fleischlicher Nahrung gesprochen, nicht von völliger Gleichwertigkeit. Und es gibt genug Anbieter, die Barf-Produkte anbieten, bei denen gleichzeitig Blättermagen enthalten ist, die also pflanzlich Stoffe enthalten, wie sie dem Beutefang am nächsten kommen.

  12. Joni

    Ich ernähre, kleide etc. mich auch vegan und kann deinem Text nur zustimmen. Das einzige was ich blöd finde, ist, dass du „Jesusfreaks“ mit Teroristen über einen Kamm scherst. So wie du auch keine Vorurteile magst, mag ich es auch nicht. Und diese sogenannten Jesusfreaks sind meistens Christen die ihren Glauben ernst nehmen; so wie viele Juden, Buddhisten und Muslime auch.
    Ansonsten wünsche ich dir alles Gute. Ich finde super was du machst.

    1. VictoriaVanViolence

      Hallo Joni, das war sicher nicht meine Absicht und falls ich damit Befindlichkeiten verletzt habe, tut es mir Leid!
      Die besten Grüße, Victoria

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