MONOTONIE IN DER SUEDSEE…

..Melancholie bei 30 Grad. Ein wundervolles Zitat, einer noch wundervolleren Band. (Für jene die es nicht kennen; ich spreche von Ideal.) Und das beschreibt so ziemlich meinen aktuellen Gemütszustand.
Berlin, die Sonne scheint und ich hocke hier in meinem Elfenbeinturm vor meinem Rechner – mal wieder. Durch die offene Balkontür höre ich die Menschen draußen. Seit dem 1.Mai ist hier irgendwie besonders viel los – egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Gefühlt haben alle frei und Spaß und ich habe das Gefühl, ich nicht. Totaler Quatsch – eigentlich. Aber wie das immer so ist; irgendwas sitzt im Nacken und ZACK kann man sich nicht locker machen. Also ich zumindest. Bei mir ist es nach wie vor diese bescheidene Abschlussarbeit und viele offene Projekte.
Oder meine eigene Organisation. Naja, wohl eher „Organisation“. Obwohl mir das alles ja sogar Spaß macht – außer das mit der Organisation eben. Irgendwie kommt da meine Leidenschaft zum Prokrastinieren und die Tatsache der Selbstgeißelung sehr ungeschickt zusammen und plötzlich sieht man den Frühling nur durchs Fenster. (Heuschnupfenbedingt vielleicht auch besser so!?) Und wie oft denke ich, ich sei der einzige Mensch auf diesem Planeten dem es so ergeht. Vor allem wenn ich sehe wie viele Menschen sich vor meiner Tür tummeln – gefühlt ganz Deutschland. Vielleicht ist dieser Text ein verzweifelter Versuch mich mitzuteilen um wenigstens dem virtuellen Frühling beizuwohnen. Vielleicht ist es aber auch nur eine geschickte Art zu prokrastinieren, denn eigentlich liegt neben mir die Lektüre für meine Abschlussarbeit.
Das ist auch so ein Thema für sich; seit einer gefühlten Ewigkeit möchte ich diese schreiben, aber mein eigener Anspruch hindert mich daran. Schon wieder zweifle ich an meinem Thema und habe einen Termin zur Besprechung des selbigen mit meiner Dozentin vereinbart. Ein ewiger Kreislauf und irgendwie hört das nie auf, wohl auch nicht nach Beendigung dieser Arbeit. Schließlich bin ich ja dann noch nicht fertig. Und eigentlich will ich ja auch noch nicht fertig sein; ganz viele tolle Sachen und Projekte möchte ich realisieren. Mein Kopf ist voller Ideen. Aber irgendwie zieht sich das liebe Chaos wie ein roter Faden durch mein Tun und Handeln und eventuell ist eben dieses auch daran „schuld“.
Ich merke jedenfalls, dass die Auseinandersetzung mit philosophischen Themen nur bedingt förderlich für strukturiertes Arbeiten ist – zumindest für mich. Ständig hinterfrage ich alles und mache mir Gedanken die so gar nicht zum eigentlichen Thema passen, ich schweife ab.
Aber vielleicht ist das alles gar nicht so schlimm. Vielleicht kann einfach nicht jeder ein Struktinator sein. Vielleicht sollte man sein eigenes Chaos einfach akzeptieren und lernen damit umzugehen. Und vielleicht sind die Gedanken die einen manchmal vom geordneten Arbeiten abhalten letztlich doch förderlich. Ob ich jemals eine Struktur rein bekomme wage ich mal ganz hart zu bezweifeln, aber vielleicht sollte ich mich just damit abfinden, diese Gedanken beenden, ein bisschen Arbeiten und danach rausgehen, spielen.
Vielleicht aber auch nicht.

One Comment

  1. Sarah

    Sehr schön geschrieben liebe Victoria!
    Ich glaube, du bist mit dem Problem der Prokrastination nicht allein. Ich plan jetzt am Anfang des Masters schon eine Verlängerung mit ein. Alte Gewohnheiten wird man schlecht los. Dafür gibt es zumindest mehr Freizeit und Selbstgestaltung des Studiums. Alles hat seine positiven Aspekte, welche uns helfen an unseren eigenen Plänen festzuhalten. In dem Sinne Kopf hoch 🙂
    Genieße die schönen Frühlingstage hier in Berlin <3

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