EUPHORISCHER WELTSCHMERZ

Im Moment habe ich so viel Frust, dass es schwierig ist ein geraden Text zu verfassen. Obwohl Frust irgendwie auch das falsche Wort ist – Unmut beschreibt es eher. Viele Dinge befinden sich im Umbruch. Nicht nur hier in meinem eigenen kleinen Mikrokosmos, auch in meiner Umgebung.
Nicht zuletzt in dem Land in dem ich lebe. Das macht die Themenfindung für einen Blog schwer, obwohl mich eine Hülle von Themen bewegt. Da schwirren einem 3000 Sachen durch den Kopf, aber keine dieser Gedankenkonstrukte können konkret benannt werden. Zwischen Weltschmerz, Frustration und der Hoffnung das ist doch wieder alles gut wird findet man keinen klaren Gedanken. Oder man hat seine Gedanken noch nicht ausreifen lassen.
Oft passieren in kurzer Zeit so viele neue Dinge, dass man die Eindrücke erstmal verarbeiten muss um nicht einen emotionsgeladenen Fehlschluss zu riskieren. Was ja per se nicht schlimm ist, aber es ist sehr ärgerlich wenn man was in die Welt pustet und drei Minuten später hat man doch noch passendere Worte und fehlende Informationen dazugewonnen.

Manchmal fragt man sich wie das Ganze weitergehen soll, ob man selbst alles richtig macht, ob man überhaupt alles richtig machen muss oder kann. Darf man alles richtig machen? Sind Fehler nicht zum lernen da – und wenn man keine macht lernt man im Umkehrschluss dann auch nicht?! Und dann erwischt man sich wie man hochphilosophisch irgendwelche Sachen zusammenspinnt. Am Ende hat das mit dem realen Leben nicht viel zu tun, hindert einen oft daran.
Die Gedanken schleifen sind definitiv kontraproduktiv für den Alltag, vor allem wenn die Themen schwerfällig sind und zweifeln lassen. Aber was wäre das Leben, wenn wir uns nicht ausgiebig über solche Dinge Gedanken machen würden. Häufig wünsche ich mir, manche Dinge einfach so hinzunehmen wie sie sind. Nicht alles hinterfragen zu müssen und mir nicht über Dinge den Kopf zerbrechen zu müssen, die mich am Ende des Tages eh nur belasten.
Würde dies aber niemand tun, hätten wir definitiv ein paar gute Bücher weniger. Ohne all jene die dem Weltschmerz verfielen, ihre Gedanken niederschrieben oder ihnen Handlungen folgen ließen, wäre dieser Ort namens Erde wohl nicht der der er nun ist. Eine wirkliche Lösung für das „Problem“ habe ich auch nicht, gibt es wohl nicht.
Vielleicht ist das auch einfach normal, vielleicht gehört das dazu, vielleicht müssen wir da alle (mal) durch. Und letztlich ist es dieser Schmerz, diese Gefühle, und auch die Euphorie, es sind unsere Gedanken die uns und alles andere ein Stück weiter bringen.

Wir sollten nie damit aufhören.

3 Comments

  1. Miri

    Oh wie sehr ich das nachvollziehen kann. Ich weiß so oft nicht wohin mit all meinen Emotionen. Pure wut gepaart mit Frust oder idiotische Resignation, weil der Kopf irgendwann nicht mehr will.
    Aber etwas positives will ich dennoch loswerden: ich habe dich vor kurzem entdeckt und bin wirklich hoch erfreut über deine posts und videos. Danke dafür! L

  2. loreenealefay

    Auch ich stecke momentan in einer Weltschmerz/Emazipations Phase und kann deine Gedanken wahrlich gut nachvollziehen 🙂

    Wir würden im Leben wohl tatsächlich nicht weiter kommen, wenn wir uns über nichts mehhr Gedanken machen müssten. Ich vermute auch, dass wir nur an den „schwierigen“ Dingen/Aufgaben wachsen können. Das ist dann wie beim Sport :-)Ohne entsprechende Belastung findet kein Muskelaufbau statt.

    Also Kopf hoch :-)Du bist nicht allein 😉

  3. Steffi

    Hallo,

    ich muss sagen ich stecke in diesem Teufelskreis schon eine Weile und ich bin mittlerweile Meister der Verdrängung geworden, aber das führt momentan, wo alles nur lauter und furchtbarer zu werden scheint und das alles so greifbar nah und doch so unabänderlich scheint, dazu, dass ich nicht mehr schlafen kann, ich weine viel und weiß kaum noch wohin mit mir und kann mich kaum entspannen. Fühl mich so machtlos und hab Angst vor dem was noch kommt und warte nur auf die Bombe.
    Also ich komme grad tatsächlich nicht weiter, eben wegen dieser Ohnmacht.

Schreibe einen Kommentar