Time to break the silence.

Es ist an der Zeit, das Schweigen zu brechen.

Lange habe ich es regelrecht geheim gehalten, mich öffentlich bewusst nicht geäußert. Ich hatte Angst. Angst vor Ablehnung, vor dem großen Stempel, vor Reaktionen und Angst „Schwäche“ zu zeigen. In einer Leistungsgesellschaft wird Leistung erwartet. Stärke. Perfektion. Und Schönheit. Doch was machen, wenn du dich plötzlich schwach fühlst, das Aufstehen schwerfällt, die Selbstversorgung zum täglichen Spießrutenlauf wird? Die Frage „was stimmt mit mir nicht“ ist omnipräsent und du redest aus Scham mit Absicht nicht über deine innere Abwärtsspirale.

„Sollte ich mal zum Arzt gehen? Hmm. Nein. Anderen geht es sicherlich schlechter als mir“, jeden Tag die gleichen Fragen und am Ende bleibt das Bett der beste Freund. Im Winter wird es schlimmer, aber auch der Sommer kann wahnsinnig frustrierend sein. So oder so kommt irgendwann der Tag, an dem es nicht weiter geht. Einige nehmen sich an diesem Tag das Leben, andere geben sich selbst auf oder suchen sich Hilfe. Ich habe Letzteres getan. Am Tag X, oder meine persönliche Stunde null, bin ich um 4 Uhr nachts in ein Taxi gestiegen und habe mich in eine Klinik fahren lassen. Selbsteinweisung. „Haben Sie Suizidgedanken“, fragte der Arzt in der Notaufnahme im routinierten Ton. „Nein“, erwiderte ich und dachte dabei „ich erzähle mal besser nichts von den Fenstersturzfantasien“. „Dann bringe ich Sie jetzt hoch auf Station 21“, sprach der Arzt und bat mich ihn zu begleiten. Station 21 war nun also mein Zuhause für die kommenden vier Wochen.

Die Nachtschwester nahm mich sehr nett in Empfang und geleitete mich in ein dunkles Dreibettzimmer. „Legen Sie sich bitte in das mittlere Bett, um 7 Uhr wird geweckt und später kommt auch der Stationsarzt“, flüsterte sie. Alles dunkel, die beiden anderen Betten waren belegt. Rechts schnarchte es, links säuselte Musik aus einem Kopfhörer. Es war inzwischen 5 Uhr oder schon 5.30 Uhr. Ich saß auf meinem Bett und starrte mein Handy an. Um 7 Uhr wurde geweckt, die Zeit bis dahin schien unendlich.

Es war Ende Oktober und bis zur Weckzeit blieb es stockdunkel in diesem doch eher trostlosen Raum voller fremder Menschen. Als die Schwester morgens das Zimmer betrat, saß ich durchnächtigt in einem Meer aus Taschentüchern und stammelte „ich würde gerne wieder gehen, mir geht es gar nicht so schlecht“. Sie setzte sich zu mir und erwiderte mütterlich sorgend „Frau M., das ist ganz normal, dass Sie nun gehen wollen. Die ersten Tage sind immer ungewohnt, das neue Umfeld, die anderen Patienten. Bleiben Sie noch ein bisschen bei uns und Sie werden sehen, es geht Ihnen bald besser“. Die Worte der Schwester führten dazu, dass ich noch bis 12 Uhr mittags geduldig blieb, um den Stationsarzt zu sprechen.

„Mittelgradige depressive Episode“ lautete seine Diagnose. Ich kann mich weder an das Gespräch, noch an die folgende Woche erinnern. Man hatte mir ein Mittel zur Nervenberuhigung verschrieben und mich in ein ruhigeres Zimmer verlegt. Ich schlief 20 Stunden am Tag, aß ein bisschen und lief verpennt durch die Gegend. Auch an das erste Gespräch mit der Psychologin erinnere ich mich nicht.

In der zweiten Woche hatte ich erneut ein Gespräch bei ihr, sie notierte vieles, fragte oft nach. „Aha“ und „hmmm“ machten das Gros ihrer Antworten aus. Sie hörte zu und irgendwann erwiderte sie „davon hatten Sie mir ja letzte Woche schon berichtet“. „Wann?“, fragte ich schwerstens irritiert. „Na, in unserer letzten Sitzung in der vergangenen Woche“, sagte die Psychologin in einem verständnisvollen Ton.

Die Tabletten. Wahnsinn, was so kleine Pillen alles bewirken können. Ich nahm eine Menge davon in der Zeit auf Station. Eine Pille gegen die Nebenwirkungen, Antidepressiva, dies und das. Genau wusste ich das nicht und die Nebenwirkungen waren ein Albtraum. Der Arzt sagte mir, das sei alles ganz normal. Ich konnte über eine Woche nicht aufs Klo, mir war übel, alles hat sich gedreht und sonst war es auch eher verheerend. Plötzlich wurde meine Nahrungsaufnahme akribisch dokumentiert, da der Verdacht auf „Essstörung“ geäußert wurde. Dabei war mir einfach schlecht. Schlecht, weil es mir schlecht ging und schlecht von dem Pillencocktail. Auf die Tabletten folgten mehrere Therapien; Ergotherapie, Sport, Gruppensitzungen, Einzelgespräche und immer wieder Pillen. Die Zeit ging schnell rum und ich hatte auch das Gefühl es ging mir besser. Ich lies mich nach vier Wochen entlassen und krempelte mein Leben um.

Ich gehörte zu jenen, deren Leben in Schieflage geraten war. Ein Problem gefolgt vom nächsten. Es fühlte sich an, als wäre aus einem kleinen Schneeball eine Riesenlawine geworden, die mich gegen eine Wand drückte. Kein vor, kein zurück. Schnell wurde mir klar, mir helfen Pillen nur temporär, Reden macht es langfristig besser, aber nur mein eigenes Zutun würde es dauerhaft ändern. Ich neige zu depressiven Phasen, bin ein sehr nachdenklicher Mensch, höre gerne The Smiths und halte mich gern drin auf.

Manche Menschen neigen dazu, andere nicht – treffen kann es trotzdem jeden. Die Auslöser und Ursachen sind so verschieden wie die Erkrankung selbst. Eins bleibt es aber in jedem Fall; eine Krankheit. Ich habe mir damals gewünscht, ein gebrochenes Bein zu haben. Jeder würde sehen, dass ich krank bin und mich entsprechend behandeln. Als Person mit einer psychischen Erkrankung, die man nicht sieht, hat man nicht nur mit der dunklen Wolke im Kopf zu kämpfen, auch mit der Umwelt, sozialen Interaktionen und vor allem der Stigmatisierung die damit einhergeht.

Es ist Zeit auch diese Themen offen zu besprechen, den Schleier des Schweigens zu lüften. Nachdem ich all das durchhatte, hat es fast zwei Jahre gedauert, bis ich mich „outen“ konnte. Ich habe nur wenige Freunde eingeweiht. Die Angst, dass jemand weitererzählt, wo ich die vier Wochen war, war omnipräsent. Doch irgendwann kam der Tag, an dem ich einfach nicht mehr schweigen wollte. Ich habe durch meine eigenen Erfahrungen gemerkt, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind und wie sie unter dem Stigma leiden. Der Chef, die Kollegen, die Mitschüler, Dozenten, Eltern oder Freunde sollen bloß nichts von der eigenen „Schwäche“ erfahren, obwohl man in diesen Stunden vor allem eins braucht; Verständnis, Hilfe und Beistand.

14 Comments

  1. Anahi

    Danke dass du so offen darüber redest und Menschen wie mir das Gedphl gibst nicht allein zu sein. Noch ein Grund mehr dich zu mögen. Danke für die Inspiration

  2. Sascha

    Hiho, finde es klasse so offen darüber zu reden, das macht nicht jeder. Ich bin ziemlich genauso und es schmerzt mich zu sehen wie andere einfach nur darüber lächeln, obwohl einbige die ich kenne ab und an der auslöser dafür sind so zu denken. Wenn man nacht für nacht und tag für tag einfach nur da sitzt und sich dies und das wünscht. LG Sascha

  3. Saphir

    Danke für deine Offenheit.
    Mir ging es selber sehr schlecht vor etwas über einem Jahr. Ich war depressiv, hatte Suizidgedanken und saß irgendwann mit einer Rasierklinge im Bad.
    Aber ich wollte nicht sterben. Die Kinder konnte ich doch nicht alleine lassen. Also habe ich morgens selbst geholfen. Ich wollte niemanden davon erzählen. Ich habe es selbst geschafft. Heute geht es mir psychisch sehr gut. Nur physisch muss ich noch was ändern. Gewicht muss runter, Muskelaufbau, dann schmerzt der Bandscheibenvorfall hoffentlich nicht mehr so doll. Aber das schaff ich auch noch

  4. Anika

    Hey
    Ich finde es super das du jetzt offener darüber reden kannst.
    Ich kann ganz genau nachvollziehen wie schwer es wahr sich Hilfe zu holen, denn diesen Schritt habe ich noch nicht geschafft.

    Ich hoffe das ich es bald kann… Aber bis jetzt hab ich einfach Angst das meine eh schon von Menschen mit Depressionen gerissene Familie das nicht mehr ertragen kann.

  5. Vanessa

    Hey,Ich finds schön wie du damit umgehst und muss dir Recht geben ich kann das Alles sehr gut nachvollziehn es gibt so viele Menschen denen es ähnlich geht mich eingeschlossen ich versuch nicht nach Perfektion zu streben such wenns nicht immer einfach ist im Grunde ist Alles bedeutungslos also versuch ich Spaß zu haben auch wenns schwer fällt ich wünsch dir und euch Allen da draußen mit dem gleichen Problem Mut,Stärke und Selbstbewusstsein dass ihr das Leben genießen könnt wie es euch passt. Schönen Abend noch 🙂

  6. Franzi

    Liebe Victoria, auch ich finde es großartig, dass du mit dem Thema an die Öffentlichkeit gehst. Leider ist es in unserer Gesellschaft oft immernoch ein Tabuthema, obwohl immer mehr Menschen darunter Leiden. Dass du dir ganz allein Hilfe geholt hast und diesen Schritt gegangen bist ist sehr groß und zeigt von Stärke in dieser schweren Stunde.
    Ich selbst habe seit 14 Jahren immer wieder mit mittelschweren depressiven Episoden zu kämpfen und weiß wie schwierig es ist, sich seinen Mitmenschen zu öffnen. Die, die trotzdem zu einem stehen und unterstützten sind wirkliche Freunde.
    Ich finde es immer wieder brutal wie leichtfertig in Kliniken mit Tabletten um sich geworfen wird. Ich persönlich halte davon nichts. Außer Nebenwirkungen hatte ich nichts davon.
    Mittlerweile mache ich viel Sport und gehe in die Natur und die Berge. Das ist die beste Therapie für mich. Du wirkst auch viel zufriedener, seid du so sportlich geworden bist.
    Ich wünsche dir und allen betroffenen nur das Beste, Akzeptanz, ein offenes Umfeld und einen für sich selbst guten Weg damit umzugehen.

  7. Sindy

    Hallo! Ich kann dich total verstehen, ich habe auch schon lange mit Depressionen zu kämpfen und habe mich lange nicht getraut zum Psychiater zu gehen. Und ich musste leider die Erfahrung machen dass einige Menschen es einfach nicht nachvollziehen können. Meine beiden besten Freundinnen habe ich deswegen verloren, und dabei brauchen Menschen mit Depressionen gerade den Halt und die Unterstützung in ihrem Umfeld. Und vor einem Monat ist auch noch meine Mutter an Krebs gestorben. Das hat mich nochmal sehr runtergezogen. Momentan nehme ich Antidepressiva, aber ich habe vor eine Gesprächstherapie zu machen.

  8. Henrie

    Hey Victoria!
    Du kannst mächtig stolz auf dich sein, dass du den Schritt gewagt hast und in dieses Taxi gestiegen bist. Das zeugt von sehr viel Stärke aber auch von Hoffnung und Zuversicht. Ich hoffe das behältst du dir alles bei. Ich finde es auch wichtig, dass du das Thema ansprichst, da du eine Person bist, der zugehört wird. Ich weiß leider wie es ist, wenn einem nicht zugehört wird und man als Simulant hingestellt wird. Um allen zu beweisen wie ernst die Lage ist, hab ich mich damals auch selbst eingewiesen und war ein halbes Jahr in stationärer Behandlung. Es war wichtig in ein isoliertes Umfeld zu kommen. Ich hab nun schon einige Jahr Therapie hinter mir und kann rückblickend sagen, dass es einfacher wird. Es wird leider nie ganz weg gehen und es werden immer Tage kommen, die dich wieder ganz nach unten ziehen. Aber genau dann ist es wichtig wieder aufzustehen und nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen. Einfach weil man es nicht mehr will und weil man stärker geworden ist und weil man gelernt hat darüber zu reden und sich helfen zu lassen. Das wünsche ich dir von Herzen: immer wieder Kraft zu haben sich helfen zu lassen. Das ist das Wichtigste. Man schafft es leider nicht allein auch wenn man es gern möchte. Und sich Hilfe zu holen und darüber zu reden kostet unfassbar viel Überwindung und Kraft, auch nach vielen Jahren noch. Aber ich verspreche dir, es wird leichter 🙂 Mir hat damals sehr geholfen mir jeden Tag aufzuschreiben was mein persönliches Highlight war. Happydays sozusagen. Ich hab mich dann immer auf den nächsten Tag gefreut weil ich neugierig war, was ich wohl am nächsten Abend als Highlight aufschreiben werde. So lernt man auch ganz kleine Dinge wieder sehr zu schätzen. Ich wünsche dir unendlich viel Kraft und ganz viel Liebe um dich herum. Das hast du verdient. Ichd rück dich unbekannter weise mal. Liebe Grüße 🙂

  9. Lara

    Ich habe mich schon oft gefragt ob du wohl auch „solche Probleme “ hättest.
    Mich freut es das du nur 4 Wochen gebraucht hast um eine Besserung zu bemerken. Bei mir dauert das scheinbar alles länger. Mit 15 hatte ich 2 Selbstmordversuche. Danach hatte ich eine ambulante Therapie bei einer Kinderpsychologin die gleich am Anfang das Versprechen abnahm es nicht nochmal zu versuchen. Sonst hätte sie mich in die Psychiatrie einweisen müssen. Nun, ich hab ihr das Versprechen und hatte ein halbes Jahr lang immer wieder Gespräche . Ich lernte alles mit einem Lächeln zu überspielen. So lief das dann eine Weile recht gut, ich machte keinen 10. Klasse Abschluss und fuhr ins Auslandsjahr nach Argentinien. Überspielen konnte ich sehr gut. Kurz nach Abschluss meiner Therapie wurde ich vergewaltigt, ich steckte es weg und verdrängte es. Mit meinen Eltern gab es nur Streit und ich hatte einen Verfolgungswahn. Traute niemandem, hatte keine Freunde die mich verstanden. Im Ausland, nachdem ich einige Male die Gastfamilie wechseln musste kam ich zu einer Studentin ,26 Jahre jung, wir verstanden und super, die einzige Freundin und die einzige „Mutter“ die ich hatte. Dann, nach 6 Monaten die mir mit ihr geblieben waren, musste ich zurück nach Deutschland. Von da an ging es wieder bergab. Ich vermisste sie tierisch und meine Eltern hatten sich kaum verändert wir stritten wieder und sie machten mir Stress in der Schule. Nach einem ¾ Jahr lernte ich einen netten Mann kennen , ich 18 er 30. Er hat auch Depressionen . Wir taten einander sehr gut und ich verliebte mich in ihn. Wie es das Leben nun mal so will erwiederte er meine Gefühle natürlich nicht. Ich hatte wieder einen Menschen den ich geliebt habe und er war der erste Mann den ich wirklich geliebt habe , verloren. Ich kämpfe mit Selbstmordgedanken . Dann einen Samstag Abend ging ich in die Notaufnahme vom Krankenhaus und wies mich ebenfalls selbst ein.
    Da ich die Nacht hatte um mich zu beruhigen und Zeit hatte meine Maske wieder aufzusetzen glaubten mir Ärzte und Schwestern eine Woche lang nicht das es mir schlecht ginge doch nach einem erneuten Zusammenbruch bekam ich dann auch Therapien.
    Zuerst nur Ergotherapie und nach 4 Wochen dann Gruppentherapie. Ich wollte keine Antidepressiva nehmen und bekam Lorazepam nur bei Bedarf. Lorazepam oder auch Tavor ist ne „tolle“ Sache, ne schöne „leck-mich-am-Arsch-pille“. Und Gruppen und Einzelgesprächen wurde herausgefunden das ich ein Kindheitstrauma hätte und nach 10 Wochen stationärer Therapie war die Diagnose Anpassungsstörungen. Nachdem ich nach einer Woche wieder einen Zusammenbruch hatte und nochmal 3 Wochen Absitzen dürfte bekam ich dann doch Antidepressiva.
    Ich bin eh schon chronisch Müde und hab kaum Elan aber durch die Pillen würde das alles noch extremer. Dazu kamen Panikattacken und wieder Selbstmordgedanken. Die Ärztin mit der ich in meinen verbleibenden 3 Wochen ambulanter Therapie noch einen Termin hatte meinte das sein am Anfang normal und ich wolle doch das es besser werde. Deshalb verdoppelte sie die Dosis und ließ mich mit dem Problem allein. Ich musste dann nach der Therapie noch 4 Mal in die Schule im Tests nachzuholen und immer wenn ich dort hin musste hatte ich Panik und kam selbst mit 2 Tavor nicht ohne zur Schule. Während den 2 Stunden hatte ich Tränen in den Augen, zitterte und schwitzte . Danach war ich so kaputt das ich den Rest des Tages nur noch schlafen konnte . So konnte es schlecht weiter gehen. Zusätzliche Belastung kam noch dadurch das ich in der Zeit einen Freund hatte der mich tyrannisierte und das ich in meine erste eigene Wohnung zog. Nun, nach den 2 Wochen redete ich mit meinen Eltern und meinte das es so nicht weiter gehen können und Mama, die bei einer Krankenkasse Arbeitet meinte das sie von der Psychatrie in Spremberg nur gutes gehört habe und das viele die in Cottbus in Behandlung waren später nochmal nach Spremberg gegangen sind. Also rief ich dort an, 4 Wochen Wartezeit sagte die nette Schwester die am Telefon war. Also galt es die paar Wochen noch irgendwie durchzustehen. Und jetzt bin ich hier. Seit November, wieder Gruppentherapie aber diesmal mit kompetenten Therapeuten. Nun ist meine Diagnose starke Depression, ADS und ein paar Persönlichkeitsstörungen. Grade mache ich einen Schlafentzug um meine chronische Müdigkeit zu bekämpfen .. Mal sehen ob es klappt.

    Wie gesagt es ist gut das du mit 4 Wochen Hilfe so weit gekommen bist. Es ist immer ein harter Weg mit psychischen Problemen klarzukommen und sie zu bekämpfen. naja man soll ja die Hoffnung nicht verlieren aber ich glaube bei mir sieht es schlecht aus. Ganz „gesund“ werde ich wohl nie.

  10. Fabia

    Hey Victoria!
    Du hast meinen vollen Respekt! – dafür, dass du dir selbst Hilfe gesucht hast und vor allem dafür, dass du damit in die Öffentlichkeit gehst. Unsere Probleme zu zeigen macht uns menschlich, umso schrecklicher dass kaum einer es tut und wenn er es wagt vielleicht noch negative Kritik dafür kriegt weil er z.B. Aufmerksamkeit möchte oder es doch nur übertrieben und melodramatisch sei. Ich finde unsere Gesellschaft sollte endlich akzeptieren, dass niemand perfekt ist und beinahe jeder mind. einmal in seinem Leben die Erfahrung mit psychischen Krankheiten machen musste oder wird.
    Ich wünsche dir, dass du all das überwinden kannst!

  11. Linda

    Richtig guter Text der es einfach auf den Punkt bringt!!!! Wer schonmal von so etwas betroffen war wird sich in den Zeilen erkennen. Bei mir war es jedenfalls so. Danke für diesen Post!

  12. Jasmin

    Ich mag deinen Blog sehr. Gerade den Anfang kann ich gut nachvollziehen. Das Gefühl, dass das was mit mir nicht stimmt, gar nicht so schlimm sein kann. Es geht anderen viel schlechter. Es liegt alles nur daran, dass ich nicht motiviert genug bin. Ich bin oft erschöpft und werd schnell müde. Und ich bewege mich seit nun fast zwei Jahren in einer Blase aus Phasen, die gar nicht so schlecht sind und einer Art Dauerzustand, bei dem ich meine Belastungsgrenze schon längst erreicht habe. Ich habe das Gefühl, ich ertrage nicht mehr, aber es kommt immer wieder etwas neues dazu. Eigentlich will ich nur noch alles hinschmeißen und irgendwo einfach Serien schauen und nichts tun. Arbeit eine Qual. Studium eine Qual. Das Gefühl mit Freunden und Familie zu reden, aber keiner versteht einen. Missversteht einen. Ich wollte zum Arzt, um nach einer Überweisung zu fragen. Aber ich trau mich nicht. Eben stunden im Wartezimmer sitzen zwischen all den Menschen…und am Ende hab ich gar nichts…am Ende reicht es nicht mal eine psychische Erkrankung zu haben. Und jemanden zu fragen, der mich begleitet, trau ich mich auch nicht. Es ist ein Teufelskreis.

    Ich find es schön, dass du uns an deiner Reise teilhaben lässt. Dass du immer zu deiner Meinung stehst und das auch, wenn du mal aneckst. Und besonders, dass du den Weg zur Behandlung gefunden hast. Ich hoffe zwei Jahre später kommt es dir nur nich wie ein schlimmer Traum vor und du jetzt stark bist und dich wohl fühlst in deiner Haut 🙂

  13. Lars

    Danke Viktoria,

    ich habe seit 13 Jahren belegt Borderline mit Depressionen. Habe mehrfache Klinikaufenthalte hinter mehr, unter anderen wegen Alkohol. Phasenweise ging es mir längere Zeit stabil, aber sobald sich was geändert hatte ging es Berg ab. Durch die Erkrankung sind auch Beziehungen so eine schwierige Angelegenheit.

    Unterstützung von der Family? Ja die gab es, aber nur vereinzelt. Es hat Jahre gedauert bis die Family erkannt hat das es sich nicht bessern wird großartig auf dauert. Derzeit bin ich in meiner Beruflichen Reha, davor hatte ich schon 3 Medizinische.

    Ich danke dir das du zustehst und drüber redest.

    LG Lars

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